1/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Abulrazak und Lina Ruske

2/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Abulrazak und Lina Ruske

3/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Abulrazak und Lina Ruske

4/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Leni, Nadine und Lina Ruske

5/19 - Neue bilder braucht Grünau, greater form - Abulrazak, Majed, Justin und Lina Ruske

6/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Liridon und Lina Ruske

7/19 - foto: neue bilder braucht grünau, greater form - Liridon und Lina Ruske

8/19 - greater form - Lina Ruske, Philip Rödel

9/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Lina Ruske

10/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Lina Ruske

11/19 - greater form - Lina Ruske, Philip Rödel

12/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Lina Ruske

13/19 - greater form - Lina Ruske, Philip Rödel

14/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Lina Ruske

15/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Lina Ruske

16/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Philip Rödel

17/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form - Lina Ruske

18/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form, Ausstellung Allee Center - Lina Ruske

19/19 - Neue Bilder braucht Grünau, greater form, Ausstellung Allee Center - Lina Ruske

Neue Bilder braucht Grünau

Grünau ist eine der größten Großwohnsiedlungen Deutschlands. Im Schatten seines zweifelhaften Images – als “Ghetto und Absteige für Hartz-IV-Empfänger” – hat es sich, bisher kaum bemerkt, in den letzten 3 Jahren zu einem der diversesten Stadtteile Leipzigs entwickelt. Dort leben unterschiedlichste Menschen mit vielfältigen Hintergründen, Lebenserfahrungen und Fähigkeiten (Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund, arbeitslose Familien, Senior*innen; höchste Schulabbrecher*innenquote, Jugendkriminalität, Bandenbildung). Auch aufgrund seiner städtebaulichen Eigenschaften hat Grünau gute Voraussetzungen, beispielhaft für Leipzig als eine wachsende Großstadt in einer zusammenwachsenden Welt zu werden. Wofür Grünau dabei in Zukunft stehen wird, ist noch offen. Vor diesem Hintergrund gestalten wir unser Engagement.

neue bilder braucht grünau (2017) suchte über vier Monate nach alten, aktuellen und neuen, persönlichen wie öffentlichen, Bildern des Stadtteils. In mehreren Projektphasen wurden Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene aktiv eingebunden bzw. verschiedene Bevölkerungsgruppen und Öffentlichkeiten in Austausch gebracht. Es entstand eine große Ausstellung mit einer Vielzahl an Bildern, Fotografien, Textarbeiten und einem Video, in dem die Kids performen, singen, in Kurzportraits sehr persönliche Anliegen formulieren und Passant*innen u.a. danach fragen, ob die ‘Ausländer’ gut in Grünau integriert seien.

Um nachhaltiger wirken und unser Engagement kontinuierlich fortsetzen zu können, arbeiten wir parallel daran, dieses mit einem eigenen Ort lokal zu verankern. 2018 werden wir den #✌⚡✿✍☹⚧ ☼♫☔☄✂ – Raum für ästhetisches Forschen und Handeln eröffnen.

Grünau ist bunt. Für unseren Arbeitsansatz wäre es kontraproduktiv, die Zielgruppe nach ihrem Pass (oder dem Nichtvorhandensein eines solchen) “auszusuchen”. Wir gestalten unsere Projekte als offene Angebote, ohne Zugangsbeschränkungen. Die Kids können selbst entscheiden wann und wie sie sich beteiligen wollen. Dabei arbeiten wir möglichst prozessoffen und entwickeln die Formen und Inhalte ausgehend von ihren Bedürfnissen, Interessen und Lebenserfahrungen, holen die Kids in ihrem Lebensraum ab. Hierdurch konnten wir unterschiedlichste Kids mit diversen Hintergründen erreichen (Themen wie Herkunft und Flucht kommen automatisch auf) und längerfristig einbinden – vor allem auch jene, die in der Regel kaum Zugang zu kultureller Bildung finden. Da Teilhabe kein einseitiger Prozess sein kann, ist uns außerdem die aktive Konfrontation und Zusammenarbeit mit Erwachsenen ein wichtiges Anliegen.

Die Fotografie spielt in unseren Projekten kontinuierlich eine wichtige Rolle und hat nicht zuletzt und bisher sowohl als Dokumentations- als auch Reflexionstool gedient. Bei Und dann… um dich herum, alles Trümmer boten wir den Kids in der letzten Projektwoche an, sich aktiv an der Publikation zu beteiligen, um so einen erneuten Reflexionsprozess zu ermöglichen und die Rolle der Kids im Projekt zu stärken. U.a. gaben wir ihnen die Möglichkeit, in Ruhe und einzeln im fertigen Bühnenbild, der vollendeten Rauminstallation die Dinge zu fotografieren, die sie am spannendsten fanden.

Da die Themen Selbstdarstellung, Posing, Selfies (und die Veröffentlichung dieser Selbstbilder online) den Alltag der Kids stark prägen, installierten wir in neue bilder braucht grünau eine Selfie-Kabine. Dort konnten sie sich vor einem Computermonitor selbst fotografieren. Dies geschützt vor den Blicken anderer. Auch fand sich hier ein großer Fundus an verschiedenen Kleidungsstücken sowie Hüten und Perücken. Die Möglichkeit, sich selbst zu beobachten, inszenieren, neu zu erzählen, verschiedene Rollen und Verhaltensweisen zu erproben, wurde gerne genutzt. Hierbei wurden auch spielerisch ästhetische Standards und Ideale des Umfeldes in Frage gestellt. Dieses Angebot wurde unabhängig von Alter und Geschlecht/Gender zu einem andauernden Bedürfnis, auch außerhalb der Selfie-Kabine, in Konfrontation mit der Umwelt. Die dabei entstandenen Portraits ermöglichten es, sich selbst mit Abstand zu betrachten, erkunden, erkennen. Im Projekt entstanden außerdem Autogrammkarten der Kids, die an der Produktion des Videos “Sagt was ihr denkt!” beteiligt waren. Beim Fotografieren der Bilder hierfür wussten alle sehr genau, wie sie gesehen werden wollten. Bei den Filmarbeiten brachten sich diese Kids immer umfassender mit ihren verschiedenen Persönlichkeiten ein. Auch vertiefte sich das Vertrauen zwischen uns und den Kids und wir konnten mehr und mehr an ihrem Leben teilhaben. Diesen Prozess des persönlichen Wachsens und der weiteren Annäherung durfte Lina Ruske fotografisch begleiten. Diese Bilder wurden neben der Arbeiten der Kids in der Abschlussausstellung gezeigt. Beim Abbau nahmen alle Kids ihre Bilder stolz mit nach Hause.

Darüber hinaus dokumentierten die Kids sowohl in neue bilder braucht grünau als auch in wo stehst du? oder. der abstand zwischen dir und mir. den Prozess selbst fotografisch. Hierin sehen wir einen weiteren Zugang, das Bildermachen stark zu machen. Zudem wird so die Position der Kids zum und im Projekt gestärkt. Ihr Blick auf das Geschehen ist von großer Bedeutung.

 

 

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greater form

 

Fotograf*innen:
Lina Ruske
Philip Rödel

Region:
Sachsen

Entstehungsjahr:
2017

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