1/39 - Die Zerstörung

2/39 - Die Schattenmenschen

3/39 - Die Namenlosen

4/39 - Die Vergänglichkeit

5/39 - Das Ende des Lebensweges

6/39 - Die Hoffnung

7/39 - Der steinige Weg

8/39 - Das Alte und das Neue

9/39 - Der Schmerz

10/39 - Das Leben und der Tod

11/39 - Der verletzte Fuß

12/39 - Die Harmonie der Schönheit

13/39 - Die Stille

14/39 - Das Grab

15/39 - Der Schmerz

16/39 - Die Schatten im Park

17/39 - Die tote Musik

18/39 - Das Gold der Natur

19/39 - Die Freiheit am Boden

20/39 - Die Grenze

21/39 - Der Schrei zum Himmel

22/39 - Das Licht am Ende des Weges

23/39 - Der Junge am Tor

24/39 - Die einsame Frau

25/39 - Die Sehnsucht

26/39 - Memento mori

27/39 - Der alte Turm und die neue Technik

28/39 - Die Freundschaft

29/39 - Die Erinnerung

30/39 - Die Trennung

31/39 - Das Licht am Fenster

32/39 - Die Raststätte am Rande des Weges

33/39 - Das Werk der Menschen im Park

34/39 - Der Ausländer aus Nazareth

35/39 - Die Wanderer

36/39 - Die Bildertafel

37/39 - Das Licht und die Schatten

38/39 - Die Spuren der Angst

39/39 - Der Tod

Freude, Hoffnung, Trauer

Mehr als „nur“ eine Fotoausstellung
„Freude, Hoffnung, Trauer“ - Jugendliche Kriegsflüchtlinge aus Görlitz zeigen mit Fotografien ihre verborgenen Gefühle. 

Sie sind 14, 16, 18 Jahre alt und älter. Die Meisten besuchen seit ihrer Ankunft in Görlitz vor ein paar Monaten Gymnasien und Berufsschulen und sie kommen aus dem Kriegsgebiet Syrien. Nach der Schule kümmern sie sich um jüngere Geschwister und helfen im Haushalt. Sie gehen einkaufen, spazieren, am Abend machen sie ihre Hausaufgaben und suchen untereinander eine Gemeinschaft. Es wird gekocht und Musik gehört. Viele wünschen sich auch Städte außerhalb von Sachsen kennenzulernen, doch die meisten dürfen es erst dann, wenn der Asylstatus anerkannt wird.

Fast jeden Tag durchforsten sie das Internet, um zu erfahren, ob der Rest der Familie und ihre Freunde in Syrien noch am Leben sind und welches Ausmaß der Krieg in Syrien annimmt. Das Smartphone dient nicht nur als elektronischer Übersetzer und Kommunikationsplattform, sondern bildet auch eine wichtige „Brücke“ zwischen Deutschland und ihrer Heimat. 

Nicht selten erstarren sie vor ihrem Handy, wenn sie erfahren, dass ein weiterer Freund im Kriegsgeschehen sein Leben verloren hat. Sie unterdrücken oft die Tränen und kaum jemand weiß, wie es in ihnen aussieht.

Das Programm des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Demokratie Leben“ hat es ermöglicht, dass das Jugendamt des Landkreises Görlitz eine Ausschreibung für ein Integrationsprojekt machen konnte. 

Der Regisseur und Autor Bernard Marian Jéenel schrieb das Konzept und im Oktober 2015 konnten 14 Jugendliche aus Syrien und ein deutscher Schüler aus Görlitz mit einem außergewöhnlichen Fotoprojekt gemeinsam beginnen.

Die Aufgabe an die Jugendlichen lautete, mit der Hilfe von Fotokameras drei persönliche Gefühle fotografisch darzustellen: Freude, Hoffnung, und Trauer. 
Für die meisten Jugendlichen eine völlig neue Erfahrung, die durch gegenseitige Motivation, Disziplin, und Vertrauen zu Begeisterung wuchs. Der Workshop fand seinen Anfang in den Räumen der Sapos e.V., wo die jungen Menschen die Grundlagen der Fotografie mit Projektinitiator Bernard Jèenel, erlernen konnten.

Acht Wochen lang fotografierten sie in ihrem Wohnort Görlitz und dem Landkreis verschiedene Situationen und Motive, die ihre Emotionen wiederspiegeln sollten.
Für den Projektleiter war es sehr wichtig, auf keinen Fall den Jugendlichen vorzuschlagen, was sie fotografieren sollten. Diese Entscheidung trafen die Teilnehmer selbst. 

„Es ging um viel mehr, als nur die Fotos für eine Ausstellung vorzubereiten. Es ging auch um den Abbau von Ängsten und Vorurteilen. Integration heißt ebenso Vertrauen“, sagt Jèenel und ergänzt: „Für den Einen stellt das Motiv der weißen Kondensstreifen eines Flugzeugs am Himmel den Gedanken an einer Reise dar. Der Andere sieht darin die Flugbahn einer Rakete und denkt an sofortige Flucht. Das ist nur eine der vielen ähnlichen Erfahrungen, die ich während der Arbeit mit der Gruppe erlebte.“

Während den „Fotoreisen“ entstanden Dialoge zwischen Einheimischen und den Teilnehmern, in denen zum größten Teil Vorurteile und Missverständnisse abgebaut werden konnten.

Im Verlaufe des Projektes verstarb unerwartet der syrische Dolmetscher der Gruppe. Aus eigenem Antrieb heraus, entschieden die Jugendlichen, auf weitere übersetzerische Hilfe zu verzichten und sich eigenständig und intensiv mit der deutschen Sprache zu befassen. Nach einigen Wochen übernahmen die Teilnehmer die Rolle des Übersetzers untereinander. 

Auch die vereinzelten Anfeindungen und sogar tätliche Übergriffe in der Öffentlichkeit, konnten die kreative Projektarbeit und das kulturelle Ziel nicht an der Verwirklichung hindern. Die Bilderausstellung und die Motive sind ein Versuch der Kommunikation und Integration und gegen Vorurteile und Gewalt.

Während der kreativen Arbeit wurden Hunderte von Fotos gemacht. 40 davon bilden Synonyme für Freude, Hoffnung und Trauer und dieser Fotos bilden eine sehenswerte Ausstellung und sind zugleich eine Einladung zum Dialog und zum Nachdenken.

 

 

 

f t

 

Fotograf*innen:
Bernard Marian Jéenel (Projektleitung)
Frank Berger
Mhtrian Hanry
Mhtrian Antoine
Yossep Mohamed
Issak Kassem
Alhalem Loay
Alwani Ahmad
Alhalem Osama
Kassem Ahmad
Kassem Omar
Al Ibrahim Mchammad
Alatae Malek
Auro Bendgkij Raed
Madtech Ahmad
Madtech Hassan
Omari Yahya
Hazem Tony
Salman Ahmad

Region:
Sachsen

Entstehungsjahr:
2015

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